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"Pilgerstab des Glaubens"

"Pilgerstab des Glaubens"Meppener Kreuztracht
am 6.4.2007
„Pilgerstab des Glaubens“
Mehrere tausend Menschen gestern bei der Meppener Kreuztracht.
So ist es seit 360 Jahren: Mit der Kreuztracht wird in Meppen am Karfreitag fortgeführt, was Jesuiten ein Jahr vor dem Ende des 30-jährigen Krieges ins Leben riefen. Auch gestern säumten Tausende die Straßen der Innenstadt, über die der barfüßige Schmerzensmann das schwere Holzkreuz schleppte.



Üblicherweise kommen der Kreuzträger und sein Helfer Simon von Cyrene aus den Reihen der 15-köpfigen Bruderschaft. „Wünscht aber ein Fremder das Kreuz zu tragen, kann ihm dieses Recht gewährt werden“, erklärt der Vorsitzende Hans Stubbe: Die Volksmenge am Straßenrand kennt weder den büßenden „Christus“ noch den „Simon von Cyrene“, der ihm hilft, die Last zu tragen.

In diesem Jahr reihte sich auch Bischof Franz-Josef Bode in die Schar der Gläubigen ein, die dem Kreuzträger auf der „Via dolorosa“ durch Meppen folgten. Das einem alten Kirchenlied entnommene Leitwort der diesjährigen Kreuztracht, in dem das Kreuz Jesu als „Stab der Pilger“ bezeichnet werde, so der Bischof in seiner Predigt im Wortgottesdienst, werde nur dann wirksam, wenn der Christ den Blick auf den Kreuzträger und den Gekreuzigten richte. Weil Jesus sein Kreuz bis zum bitteren Ende durchgetragen habe, wurden die Kreuze der Menschen tragbarer, „weil wir sie nicht allein tragen“. Der Stab spiele in der Heilsgeschichte eine vielfältige Rolle, sagte Bischof Bode und erinnerte an die Aufforderung an die Israeliten, beim Essen des Paschalammes einen Stab zu tragen als. Zeichen der Bereitschaft zu einem Aufbruch, der in die Freiheit führe. Der Stab sei auch Zeichen des Hirtendienstes. Wer sich fest an den Pilgerstab der Kinder Gottes - das Kreuz - klammere, suche nicht das Weite, um den Schwierigkeiten zu entfliehen, sondern werde geführt in die Weite, in der er dem Auferstandenen begegne. Den „Stab der Pilger“ ergreifen heiße auch, das Zeichen der Erlösung als Grundmuster des Lebens zu setzen, sagte der Bischof. Und deshalb könne es nicht richtig sein, wenn das Kreuz zum Modeschmuck herabgewürdigt werde und das Kreuzzeichen zu einer gedankenlosen Handbewegung verkomme. Bischof Bode rief die Gläubigen auf, den Pilgerstab des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe „im Staffellauf der Generationen in eine von Gott gesegnete Zukunft“ weiterzureichen.

Heinz Albers, der seit 1998 der Bruderschaft angehört und dessen „Vorväter“ bereits seit 1773 in Folge zur Bruderschaft gehören, hat beobachtet, dass die Zahl der Neugierigen, die ein religiöses Spektakel „genießen“ wollen, in den letzten Jahren abgenommen hat. „Manche haben mir erzählt, dass sie deswegen zwar angereist seien, angesichts des eindrucksvollen Geschehens sich aber doch der betenden Gemeinde angeschlossen hätten.“

(Bericht aus der Meppener Tagespost vom 07.04.07 von Willy Rave)



















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